Freitag, 29. Juni 2007

Vor 21 Jahren hat für mich das Arbeitsleben begonnen. Ein sehr guter Freund war Vertriebsleiter, einer damals noch kleinen Firma mit 60 Mitarbeitern (mit heutigem Stand sind es bereits über 400). Er hat mich in sein Team geholt und wir sind jahrelang miteinander durch dick und dünn gegangen. Ein Chef der immer hinter seinen Mitarbeitern stand, uns liebevoll seine Mädls nannte und uns vor allem und jeden beschützte und verteidigte.

Leider verließ er uns nach 13 Jahren. Mit dem neuen Chef wurden auch neue Strukturen in unserer Abteilung eingeführt, da wehte dann ein anderer Wind. Er legte sich zwei Unterabteilungsleiter zu und so bekam ich eine Frau als Chef und schon nach kurzer Zeit begann der Kampf. Es ist nicht leicht unter einer Frau zu arbeiten, die den totalen Perfektionismus verlangt und aus jedem falsch gesetzten Komma, eine Staatsaffäre macht - zumindest bei mir.

Unter dem Motto "lebe um zu arbeiten" und nicht "arbeite um zu leben" hat sie mir das Leben zur Hölle gemacht. Ich war ihr spezieller Liebling, täglich hat sie mehr gefordert und mir ein Arbeitspensum aufgehalst, dass einfach nicht mehr zu bewältigen war. Über meinen krankheitsbedingten Ausfall (9 Wochen Krankenstand) war sie zwar schockiert, aber als ich wieder zurückkam, ging es nach kurzer Zeit wieder los.

Ich wünsche nicht mal meinem ärgsten Feind, das tägliche Gefühl beim Aufwachen "Was wird heute wieder in der Arbeit los sein?" mit flauem Magen und Herzklopfen. Wenn du am Display des Telefons diesen bestimmten Namen liest oder von dieser Person ein Email erhältst und Dir heiß und kalt wird, das Herz bis zum Hals schlägt.

Im Oktober 2006 ist die Situation dann eskaliert, so das Personalchef und Betriebsrat sich einschalten mussten. Unser Hauptabteilungsleiter hat uns dann getrennt und ich wurde in einen anderen Bereich der Abteilung verlegt. Von da an ging es bei mir wieder aufwärts. So ein erleichterndes Gefühl, wieder gern in die Arbeit zu gehen!

Mittlerweile hat sie es bei zwei Kolleginnen geschafft, dass diese unter "Burn out" leiden und schwere Medikamente nehmen müssen! Als Ersatz für mich, musste sie halt andere fertig machen, die das nicht so lange durchgehalten haben wie ich! Gott bin ich stolz auf mich, ich bin ein Viech!!!!

So und damit ich endlich ganz aus ihrem Dunstkreis komme und ihr nicht einmal beim Kaffee holen begegnen muss, wechsle ich mit 1. Juli die Abteilung. Es tut zwar sehr weh, die Kolleginnen mit denen ich 21 Jahre zusammen gearbeitet, gelacht, geweint, gefeiert und die zu meinem Leben gehört haben, zu verlassen, aber es ist besser so. Ich bin ja auch nicht aus der Welt, nur einen Stock tiefer und mit genauso lieben Kollegen und Kolleginnen und einem total liebem Chef!

Also frohen Mutes auf zu neuen Ufern!

So und nachdem Ihr nun wieder einmal mehr über mich erfahren habt, entlasse ich Euch in ein






4 Kommentar(e),:

SchneiderHein hat gesagt…

Hallo Michi,
dass kann ich gut nachvollziehen. Bei mir ist der Horror zwar nur wenige Monate eskaliert, aber die Erinnerungen an die Zeit mit meiner "Chefin auf dem Kriegspfad" kommt sofort wieder in mir hoch. Wenn ihr Auto vorfuhr, wir ihre Schritte im Flur hörten oder das Telefondisplay ... Wie gut, dass danach wieder eine erfolgreichere Zeit bei mir folgte.
Die wünsche ich dir jetzt auch! Denn auch wenn "leben um zu arbeiten" nicht nur der einzige Lebensinhalt sein sollte, so ist es doch viel Zeit, die man normalerweise mit der Arbeit verbringt, um leben zu können.
Schönes Wochenende und einen guten Neu-Start am 2. Juli.
Liebe Grüße Silke

Henny hat gesagt…

Viel Spaß am Montag!!!
Und sag amal , kann der Kerl jetzt schon lesen???
Johnny der Wunderkater!!
Bussi

Romy hat gesagt…

Menschenskinder, Michimädchen!
Das liest sich wie ein Horrormärchen.
Schön dass es vorbei ist.
Ich wünsche dir für den neuen Anfang viel Glück und neue Lebensfreude.

Ganz liebe Knuddel von deiner Romy, die noch eine Weile Urlaub macht, da Besuch im Mantel, ne Anzug ist.

Birgit hat gesagt…

Liebe Michi, Deine Geschichte hat mich echt berührt. Hast viel durchgemacht, das ich absolut nachfühlen kann. GsD ist mir selbst so etwas bis jetzt nicht passiert. Aber ich kenne es vom Erzählen sehr netter Kolleginnen. Es zeugt von einer sehr starken Persönlichkeit und Selbstbewusstsein, dass Du so lange durchgehalten hast. Trotzdem ist Dein Wechsel in die neue Abteilung jetzt absolut der richtige Schritt. Ein Neuanfang, zu dem ich Dir alles erdenklich Gute wünsche. Arbeit kann und soll auch Spaß machen. Dieses erfahre auch ich gerade seit einem Jahr nach 14 Jahren. Seit einem Jahr habe ich nämlich einen neuen Chef und auf einmal ist alles ganz easy. Dir wünsche ich dasselbe. Toi Toi Toi für den 2. Juli.
Schönes Wochenende wünsche ich Dir ebenfalls, Dir und Deinen Pelznasen.
LG Birgit